Nordfriesenansturm in Douarnenez

Fast genau zwei Jahre nach der festlichen Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen Douarnenez und Husum machte sich wieder eine muntere Gruppe von Nordfries:innen auf ans Ende des Welt, ins Finistère, dem westlichsten Zipfel der Bretagne. Fast alle 19 Teilnehmer:innen reisten gemeinsam per Bahn. Um die lange Reise (fast 1700 km!) etwas aufzulockern, wurde wieder ein Zwischenstopp mit Übernachtung in Paris gemacht, der die Gruppe schnell zusammenschweißte.

Nach einer fröhlichen Begrüßung und einem gemeinsamen Aperitif ging es in die Gastfamilien, die bis auf die „Neuen“ unter uns ja alle bereits kannten. Unsere bretonischen Gastgeber hatten sich wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm ausgedacht, bei dem neben Veranstaltungen für die Gesamtgruppe auch Aktivitäten angeboten wurden, zwischen denen wir je nach persönlichem Interesse wählen konnten.

 

Natürlich waren alle beim Empfang im Rathaus dabei, bei dem dieses Mal auch Organisatoren des neuesten Projektes zwischen den beiden Städten vorgestellt wurden. Der Husumer Sportverein wird mit einer Gruppe Jugendlicher als ausländische Teilnehmer am Mondial Pupilles, einem großen alljährlichen Fußballturnier im Mai 2026 in Douarnenez teilnehmen. Als Gruß kam schon einmal ein großes Trikot aus Husum mit dem Aufdruck: Sport verbindet.


Ebenfalls für alle fand das wunderbare Konzert Rappelle-toi (Erinnere dich) von Christine Mérienne statt, die mit ihrem Harfenspiel vom Piano begleitet wurde. Die deutsch-französische Künstlerin stellte bekannte Chansons zum Thema des Erinnerns zusammen und präsentierte alles mal auf Französisch, mal auf Deutsch, so dass jeder und jede neben den zauberhaften Harfenklängen auch inhaltlich etwas mitnehmen konnte.

Auch ein Abend, organisiert vom Team des Festival des Rencontres Océanes, führte wieder alle zusammen. Dieses Mal stand ein weiterer, der 20. Nordfriese der diesjährigen Begegnung Sven Jaax im Zentrum, als er einen seiner Filme auf dem Festival vorstellte.

Die Tage waren angefüllt mit herzlichen privaten Begegnungen, die die längst geschlossenen Freundschaften vertieften und neue ermöglichten, z.B. beim Besichtigen des alten Hafens Port du Rosmeur mit seiner langen Geschichte der Sardinenfischerei und den vielen Spuren, die diese sowie die Verarbeitung der Sardinen in den damals zahlreichen Fabriken hinterlassen haben.

Stadtführungen für die „Neuen“ unter uns sowie eine lange Wanderung auf den Sentiers douaniers, sozusagen dem bretonischen Gendarmenpfad, aber auch ein Ausflug in die weitere Umgebung und zum höchsten Punkt des Finistère Ménez-Hom ließen uns viele neue Eindrücke und Ausblicke genießen.


Dazwischen trafen sich die Unermüdlichen unter uns morgens zu einem erfrischenden Bad an der Plage des Dames, einem der Stadtstrände von Douarnenez. Und bei einem Besuch der städtischen Feuerwehr konnten wir uns von der Sportlichkeit des Leiters Monsieur Perazzi überzeugen und erfuhren viel über die Organisation und Funktionsweise der kommunalen Feuerwehr.

Doch auch diese schönen Tage verstrichen wie im Fluge. Am letzten Abend kamen noch einmal alle zusammen, es wurden die neuesten Liedkreationen zu unserer Partnerschaft zum Besten gegeben, neue Pläne geschmiedet und jede Menge Crêpes gegessen. Zum Glück bot Dominique wieder bretonische Tänze an, so dass wir uns vor der langen Heimfahrt noch einmal richtig „austoben“ konnten. Merci Dominique!

Die Geburtstagtorte XXL für Monsieur Kühn - Merci Patrice, Brigitte, Isa und Marie Jo! – entpuppte sich auf der langen Rückreise als wahrer Stimmungsaufheller, denn dieses Mal hatte nicht nur die DB sondern auch die SNCF erhebliche Verspätungen.


Diese deutsch-französische Freundesgruppe ist ein großes Geschenk, voller Herzlichkeit und Humor.

Wir schicken ein riesengroßes MERCI an das Comité de Jumelage Européen mit all‘ seinen Mitgliedern nach Douarnenez und freuen uns auf unser Wiedersehen 2026 in Husum.

 

BIENVENUE!!!!

 

 

Ein weiterer großer Dank geht an den Deutsch-Französischen Bürgerfonds, der sowohl Reise als auch Programm in Douarnenez großzügig unterstützt hat.

Text: Veronika Tuisel-Kühn